Die Fachschaft Geschichte

Diesen Gedanken sehen wir Lehrer der Fachschaft Geschichte als Leitspruch für unsere Arbeit.

Um unsere Gegenwart zu begreifen, müssen wir in die Vergangenheit schauen. Um Handlungen, Ziele, Träume und Wünsche der Menschen zu verstehen und gestalten zu können, müssen wir wissen, wo unsere Wurzeln liegen, unter welchen Bedingungen wir uns entwickelt haben, welche Probleme es gab, in Deutschland, in Europa und in der Welt. 

Dies ist kein leichter Weg. Jahrtausende haben die Menschen auf  ihm bereits  zurückgelegt. Oft gab es Rückschläge, immer wieder Kriege. Wir Deutschen haben gerade unter diesem Aspekt eine ganz besondere Rolle gespielt und müssen uns dieser Vergangenheit bewusst sein.

In Thüringen ist die besondere Rolle des Faches Geschichte in der Verfassung festgeschrieben und daher auch im Lehrplan umgesetzt. Von der Klasse 6 bis zum Abitur begleitet Geschichte den Alltag der Schüler, kann in der Sekundarstufe II nicht abgewählt werden. Je nach Eignung, Interesse und zukünftigem Berufswunsch können sich die Schülerinnen und Schüler in der Klassenstufe 10 für einen Kurs mit erweitertem Niveau und damit vier Wochenstunden, oder für einen Grundkurs mit zwei Wochenstunden entscheiden. 

Wir Fachlehrer sehen unsere Aufgabe darin, die anspruchsvollen Anforderungen, die sich aus dem Umgang mit Geschichte ergeben, so aufzubereiten, dass alle Schüler damit umgehen können, ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen. 

Wir wollen Interesse am Fach wecken, Ziele setzen und deren Erreichen fordern, diskutieren und Schlussfolgerungen abverlangen und immer wieder Fragen beantworten.  

Gemeinsam arbeiten, gemeinsam nach Lösungen suchen und dabei die Geschichte so sehen, wie sie abgelaufen ist: farbenprächtig, einmalig und oft auch faszinierend, diese Prämissen begleiten uns. Dabei gibt es immer wieder Möglichkeiten, besondere Leistungen der Schüler in den Geschichtsprojekten des Landes oder des Bundes einzureichen und damit öffentlich zu machen. 

Schüler des Elisabeth-Gymnasiums Eisenach stellen sich immer wieder ein und dieselbe Frage: Warum?


Freitag, 28.09.2018: Ehemaliges Konzentrationslager Auschwitz

Die Antwort auf diese Frage zu finden, scheint schwer. Je öfter man sie sich stellt, umso schwieriger scheint die Antwortsuche. Dies musste auch die elfte Klassenstufe des Elisabeth-Gymnasiums Eisenach feststellen. Die diesjährige Studienfahrt führte einen Teil der Klassenstufe unter anderem an den Ort, an dem sich das Unmenschliche auf menschlichem Boden abspielte. Zum wiederholten Mal wählten einige Schüler Krakau als Ort ihrer Studienreise. Eine Reise, die sie noch lange beschäftigen wird, da sie Seiten unseres Wesens hervorbringt, die wir selbst nur schwer für möglich halten.




Montag, 24.09.2018, Eisenach, 5 Uhr morgens. Neununddreißig ermüdete Gesichter steigen in den Bus, der sie nach mehreren kurzen und einer längeren Pause in Breslau nach Krakau bringt. Verschlafen, in Träumen versunken. Eine straffe Woche liegt vor ihnen. Eine Woche, die ein schweres Ziel mit sich führt: Der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. Zur Vorbereitung wird unter anderem der Film „Schindlers Liste“ gezeigt. Dazugehörige Aufgaben werden erledigt, das Thema der Studienreise verinnerlicht.
Zwölf Stunden später erreicht die Reisegruppe ihr langersehntes Ziel. Ihren ersten freien Abend nutzen die Schüler ausgiebig zur Erkundung der Stadt. Die kleinen Geschäfte, der riesige Marktplatz, die Lichter der Nacht. Ein jeder ist angetan von der ihnen gebotenen Schönheit Krakaus.
Der darauffolgende Tag beginnt mit der Erkundung des jüdischen Viertel Kazimierz, welches als Drehort für „Schindlers Liste“ diente. Nach der Führung verstreuen sich die Schüler erneut, um Krakau von seiner ganz eigenen Seite kennenzulernen.
 „Auf den Spuren von Oskar Schindler“ heißt es am Mittwoch, dem 26.09.18. Mit dem Besuch des Krakauer Ghettos Podgorze und des Schindler-Museums Krakau wird den Schülern die Geschichte jenes Mannes nähergebracht, der einst über eintausend Juden das Leben rettete. Ein typisch polnisches Abendessen beendet diesen Tag, an dem noch einmal deutlich wurde, weshalb sich die Schüler auf diese Reise begeben hatten. Weitere Führungen durch das Arbeiterviertel Nowa Huta und die Universität Collegium Maius Jagellon, der zweitältesten Universität Europas nach Prag, schließen den praktischen Aufenthalt in Krakau ab.
Am nächsten Tag führte uns die Reise in das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz. Bei Sonnenschein und Temperaturprognosen, die einen wunderschönen Tag versprechen, steigen wir aus dem Bus. Ein Wetter, das überhaupt nicht zu diesem Ort zu passen scheint und das alles, was hier erfahren und sehen, noch unwirklicher macht. Schon beim Gang durch das Eingangstor schaudert allen, auch wegen der bedrückenden Stille, die hier trotz vieler Besuchergruppen herrscht. Die Berichte, die Ausstellungsgegenstände, die Unmittelbarkeit erloschenen Lebens berührt alle. Nach drei Stunden fahren wir nach Auschwitz- Birkenau, dem größten Vernichtungslager der Nationalsozialisten. Auch hier erwarten uns unfassbare Bilder und Geschichten.  Die Schüler der elften Klassenstufe des Elisabeth-Gymnasiums Eisenach und drei Lehrer stehen im Kreis, versammelt um einen Gedenkstein, jeder von ihnen mit einem Spruch auf den Lippen, der zum aktuellen Geschehen: zu Ehren der Toten oder wider das Vergessen passt. Die Lehrerin legt eine weiße Rose nieder. Ein tiefes Schweigen bricht ein. Tränen fließen. Unwirklich scheint die Vorstellung mit eigenen Füßen den Boden zu berühren, auf dem damals das Unmenschliche geschah. Tausend Gedanken schwirren durch die Köpfe, doch einer vereint sie alle. Die Frage nach dem „Warum?“. Selbst an diesem Ort scheint die Frage unlösbar. Fest steht jedoch, dass an diesem Ort die Erinnerung, die Akzeptanz und der Zusammenhalt einen unschätzbaren Wert erhalten. All diese Gedanken zeigen deutlich: Jeder Mensch wird in eine Nationalität, eine Religion hineingeboren. Vieles im Leben ist beeinflussbar, dies jedoch nicht. Sei es Schicksal, ein feststehender Plan. Trotz aller Religionen, aller Nationalitäten, schlussendlich vereint uns alle eine ganz entscheidende Tatsache:

Wir sind alle Menschen. Nicht mehr und nicht weniger.

Exkursion in die Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald

Am 8.12.2017 machten wir, die Klasse 9LF des Elisabeth- Gymnasiums, uns auf den Weg Richtung Weimar. Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchten wir die Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald. Vor Ort angekommen, wurden wir vom fachkundigen Personal der Gedenkstätte in Empfang genommen.
Zum Einstieg in den Thementag wurden uns viele Fotos gezeigt. Jeder durfte über das ausgewählte Bild reden und den Bezug herstellen, den es für ihn mit dem KZ Buchenwald hat. So wurden mitgebrachte Kenntnisse ausgetauscht und Erwartungen und Fragen aufgenommen. In einem anschließenden Rudgang gab es an speziell ausgewählten Orten (z.B. Bunker, Appellplatz, Krematorium) Vorträge zu diesen Themen. Auf diese einzelnen Vorträge hatten wir uns in Gruppen zu Hause vorbereitet. So vermittelten wir uns gegenseitig einen Einblick in das grausame Lagerleben. Im Anschluss berichten ehemalige Häftlinge des KZ Buchenwald in einem Film über ihr Leben und ihre Erfahrungen. Auf diese Weise wurde uns die Geschhichte aus dem eigenen Erleben nahe gebracht- eine beeindruckende Erfahrung.

Den Abschluss dieses geschichtsträchtigen Tages bildete die Zeit am Mahnmahl für die Häftlinge des Konzentrationslagers. Der Mittelteil der Metallplatte, in die das Akronym "K.L.B." sowie die Namen von über 50 Nationen und Opfergruppen eingraviert sind, wird auf die menschliche Körpertemperatur von 37 Grad erwärmt.
An diesem Gedenkzeichen verlas jeder Schüler einen Spruch des Erinnerns.
Mit diesen beeindruckenden Minuten des Ehrens und Gedenkens ging ein unvergesslicher Tag der Geschichte zu Ende.
Wir haben an diesem Tag erfahren, zu welchen Grausamkeiten der Mensch in der Lage ist, wie Verbrechen beginnen. Wir bekamen Informationen über menschliche Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit und teilnahmsloses Hinwegsehen. Und mit dem Wissen sollen wir die heutige Zeit erforschen und verstehen.
Pierre Sudreau (Überlebender des KZ Buchenwald) sagte:
"Ich bin in den Lagern ein Europäer geworden."
Diese nationenübergreifende Solidarität und Freundschaft kann uns heute ein wertvolles Beispiel sein.

-Von Dorit Mauersberger, Klasse 9 LF-

 
Am 25.09.2017 traten wir unsere 11- stündige Reise von Eisenach nach Krakau an. Treffpunkt war am Elisabeth- Gymnasium um 4:45 Uhr. Auf dem Weg nach Krakau schauten wir den Film "Schindlers Liste" als weitere Vorbereitung auf die Studienfahrt. Außerdem legten wir einen Zwischenstopp in Breslau, der 4. größten Stadt Polens, ein. Dort hatten wir einen Aufenthalt von zwei Stunden, den wir nutzten, um diese historische Stadt etwas näher kennenzulernen. Angekommen in Krakau bezogen wir unsere Zimmer im Hotel "Olymp" und konnten die restliche Zeit des Tages freizeitlich nutzen.
Der zweite Tag begann für uns um 7:30 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück. Anschließend fuhren wir mit unsrem Bus in das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz, welches wir innerhalb einer dreistündigen Führung besichtigten. Im Vordergrund standen dabei der jüdische Friedhof, die Remuh- Synagoge, sowie interessante Plätze an denen unter anderem der Film "Schindlers Liste" gedreht wurde.
Ab 13 Uhr hatten wir Freizeit und konnten die Stadt auf eigene Faust erkunden. Besonders sehenswert war der riesengroße Marktplatz Krakaus mit der Marienkirche.

Nach dem morgendlichen Procedere begann der nächste Tag mit einer Busfahrt in das "Jüdische Ghetto" Krakaus. Auf dem Weg zum eigentlichen Ziel des Tages legten wir einen kurzen Stopp am ehemaligen Arbeitslager Plasow ein, an dem heute ein Denkmal für die Opfer dieses Lagers steht. Angekommen im "Krakauer Ghetto" konnten wir uns mit Hilfe unsere Stadtführerin einen Überblick über die Lage vor Ort verschaffen. Danach hatten wir noch die Chance vieles Wissenswertes über Krakaus Geschichte im Oskar Schindler Museum zu erfahren. Dieses Museum befindet sich in den Hallen der ehemaligen Emaille Fabrik Oskar Schindlers. 18 Uhr trafen wir uns zu einem gemeinsamen Essen im "Hardrock Cafe Krakau", bevor es dann wieder zurück in unsere Unterkunft ging.
Der vorletzten Tag startete um 9:30 Uhr mit einer Busfahrt in den Ort Oswiecim (Stadt Auschwitz), in welcher wir einen Aufenthalt von einer Stunde hatten. Weiter ging es in das Stammlager Auschwitz, wo ein geführter Rundgang mit zahlreichen Informationen auf uns wartete. Anschließend fuhren wir nach Auschwitz-Birkenau, welches auch ein Teil des gesamten Vernichtungslagers war. Wir besichtigten also den Ort, wo von 1,3 Millionen deportierten Menschen 1,1 Millionen gestorben sind. Zu Ehren der Opfer legten wir am Ende der "Rampe", an der eine Gedenkstätte entstanden ist, eine Schweigeminute ein. Wir konnten viele Eindrücke und Erfahrungen mitnehmen.
 
 

Am Ende des Tages erwartete uns ein polnisches Essen in einem Restaurant in der Stadt Krakau. Uns wurden typische Spezialitäten aufgetischt, wie Teigtaschen, Suppe im Brotlaib und vieles mehr. Zurück im Hotel hieß es dann auch schon Koffer packen für die Heimreise am nächsten Tag.
Verfasser: Cedric Scheel, Tommy Phan und Leon Neumann
Bilder von Tommy Phan
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