Die Sekundarstufe II umfasst die Klassenstufen 10 bis 12. Die Klasse 10 findet im Klassenverband statt und ab Klassenstufe 11 wählen die Schülerinnen und Schüler sich in das Kurssytem ein. Um in das Kurssystem einzutreten müssen die Versetzungsbestimmungen laut ThSchO erfüllt sein und die besondere Leistungsfeststellung bestanden werden. 

Besondere Leistungsfeststellung

Die besondere Leistungsfeststellung ist eine Reaktion auf das Attentat im Gutenberg-Gymnasium in Erfurt vom 26.04.2002. An diesem Tag starben insgesamt 16 Menschen. Dieser Anschlag wurde von, einem Schüler dieses Gymnasiums verübt, weil er aufgrund seiner Leistungen nicht zur Abiturprüfung zugelassen wurde und somit keine Chance auf einen Abschluss hatte, er sah keine andere Möglichkeit mehr und erschoss sich nach seinem Amoklauf selbst. Um weitere Anschläge dieser Art zu verhindern und um eine Absicherung für die Schüler zu schaffen wurde die BLF 2003 auf freiwilliger Basis eingeführt. Seit 2004 ist sie nun Pflicht für die Schüler und Schülerinnen der Klassenstufe 10 an Thüringer Gymnasien. Mit dem Bestehen dieser Prüfung erhalten sie einen, der mittleren Reife entsprechenden Abschluss. Die BLF besteht aus vier schriftlichen Prüfungen, bei denen man zwei bis drei Stunden zur Verfügung hat um sein Wissen unter Beweis zu stellen. In den folgenden Fächern muss die BLF abgelegt werden:

  • Deutsch
  • Mathematik
  • erste Fremdsprache (Englisch, Französisch, Latein)
  • Naturwissenschaften(Physik, Chemie oder Biologie)

Bestandteil der Prüfungen in der Mathematik und in den Naturwissenschaften sind Inhalte aus den Lehrplänen der Klassen neun und zehn, welche als Fundamentum angegeben sind (in den Lehrplänen für den musisch-künstlerischen Zweig enthalten). Die Prüfungen in diesen Fächern haben folgenden Ablauf: Der Schüler/ die Schülerin löst zunächst die Pflichtaufgabe und wählt anschließend aus den Wahlaufgaben A1 und A2 eine zur Bearbeitung aus. Als Hilfsmittel sind verschiedene Tafelwerke zugelassen. In Deutsch stehen vier Aufgaben zur Wahl ,von denen eine bearbeitet werden muss. Die Wahl hat man zwischen nichttextgebundenem Erörtern( freies Schreiben zu einem bestimmtem Thema), textgebundenem Erörtern und einer Interpretation von literarischen Texten (z.B. Kurzgeschichte, Gedicht). In Deutsch sind keine Hilfsmittel zugelassen. Bei den Fremdsprachen Englisch und Französisch stehen zwei Aufgaben zur Auswahl, welche beide aus einem Text bestehen, von denen eine bearbeitet werden muss. Die gewählte Aufgabe besteht noch einmal aus zwei Teilaufgaben. Bei der ersten Teilaufgabe handelt es sich um mehrere Aufgaben die sich mit dem Textverständnis beschäftigen. Bei der zweiten Teilaufgabe kann man wieder unter mehreren auswählen. Dabei muss man zeigen, dass man eigenständig einen Text in der Fremdsprache produzieren kann. In beiden Fächern sind einsprachige Wörterbücher als Hilfsmittel erlaubt. Bei der dritten Fremdsprache Latein, welche erst seit 2005 als erste Fremdsprache gewählt werden kann, ist die BLF ein wenig anders aufgebaut. Sie besteht aus einer Pflichtaufgabe, bei der man einen Text ins Deutsche übersetzten muss, und wieder zwei Wahlaufgaben bei denen man Fragen zur Philosophie, Geschichte, Literatur und Textarbeit beantworten muss. Es wird ein zweisprachiges Wörterbuch (Latein-Deutsch) als Hilfsmittel zugelassen.

Die Bewertung der besonderen Leistungsfeststellung übernehmen die zuständigen Fachlehrer. Wichtige Kriterien bei der Benotung sind: fachliche Richtigkeit und Vollständigkeit, eine Eingrenzung auf das Wesentliche, Verwendung von Fachwörtern sowie eine logische Gliederung der Arbeit. Die erreichte Note in den Leistungsfeststellungen wird in das jeweilige Fach integriert und macht fünfzig Prozent der Gesamtnote aus. Falls die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen nicht den Mindestanforderungen genügen, ist es möglich eine mündliche Prüfung zu absolvieren. Hierbei werden dem Schüler/der Schülerin 10-30 Minuten Vorbereitungszeit gewährt, um sich nochmals mit dem Prüfungsthema auseinander zusetzten. Danach werden ihm Fragen gestellt, welche korrekt beantwortet werden müssen. Die Festlegung der Note erfolgt über die Prüfungskommission.

 

Gymnasiale Oberstufe


In der 10.Klasse wählt man sich fürs Kurssystem ein. Deutsch und Mathematik als Kernfächer muss jeder Schüler belegen. Darüber hinaus wählt jeder Schüler, welche 3 Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau und welche 6 Fächer mit grundlegendem Anforderungsniveau in Klasse 11 und 12 belegt werden.

Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau sind je eine:
- fortgeführte Fremdsprache, hier stehen an unserer Schule Englisch, Französisch und Latein zur Wahl;
- Naturwissenschaft, hier stehen Biologie, Chemie und Physik zur Wahl;
- Gesellschaftswissenschaft, hier stehen Geschichte, Sozialkunde, Wirtschaft/Recht und Geografie zur Wahl.

Als Fach mit grundlegendem Anforderungsniveau muss darüber hinaus mindestens eine weitere Fremdsprache sowie eine weitere Naturwissenschaft bzw. Informatik gewählt werden. Auf jeden Fall muss man Geschichte weiter belegen. Weitere Fächer wählt der Schüler entsprechend seiner Neigungen aus. Sport muss man auch weiterbelegen, aber man kann sich aus den Hauptgebieten Halbjahreskurse wählen.

Die Abiturprüfungen bestehen aus 3 schriftlichen und 2 mündlichen Prüfungen.
Bei der Wahl der Prüfungsfächer muss der Abiturient beachten, dass aus jedem der drei Aufgabenfelder (I sprachlich-literarisch-künstlerisch; II gesellschaftswissenschaftlich; III mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch) mindestens je ein Prüfungsfach gewählt wird.
Schriftliche Prüfungen finden nur in Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau und in Kernfächern statt.
Die Seminarfachleistung kann eine mündliche Prüfung ersetzen.

 

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